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09.04.2019 13:04erstellt von: Thorsten Fogelberg


Friedrichsdorf erreicht Platz im oberen Mittelfeld

Fahrradklimatest 2018

Beim heute in Berlin vorgestellten Fahrradklima-Test des ADFC landete Friedrichsdorf mit der Note 3,54 bundesweit auf Platz 53 von 311 der fahrradfreundlichsten Städte unter 50.000 Einwohnern. 139 Friedrichsdorfer hatten an der bundesweiten Befragung teilgenommen. Dies sind etwas mehr als 2016 (124).


Mit diesem Ergebnis belegt Friedrichsdorf über alle Größengruppen hinweg den guten 16. Platz von 71 Städten in Hessen, die die Auswertungskriterien erfüllt haben. Die Beurteilung hat sich bei allen Fragen nur ganz gering verschlechtert.

Der Sprecher des Arbeitskreises Radverkehr des ADFC Bad Homburg/Friedrichsdorf, Ralf Gandenberger, sagt: „Dies ist trotz der leichten Verschlechterung ein vergleichsweise gutes Ergebnis. Fahrradfreundlichkeit ist ein wichtiger Standortfaktor für attraktive Städte. Der Fahrradklima-Test zeigt, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung honoriert wird und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlägt. Wenn Friedrichsdorf jedoch will, dass mehr Menschen aufs Rad steigen und die Stadt von unnötigen Autofahrten entlasten, dann muss aber noch mehr passieren. Insbesondere die Verkehrsführung des Radverkehrs an den vielen neuen Kreiseln wird von vielen Radfahrern als unsicher und gefährlich wahrgenommen. Wir brauchen auch mehr Platz für gute Radwege, ein zusammenhängendes Radwegenetz und ausreichend Fahrradparkplätze an Haltestellen, Einkaufsstraßen und öffentlichen Gebäuden!“

Neben der Beurteilung von vorgegebenen Fragen mit Schulnoten nutzten knapp 50 Teilnehmer des Fahrradklima-Tests auch die Möglichkeit, insgesamt 57 unterschiedliche Anmerkungen zur Fahrradsituation in Friedrichsdorf zu machen. Die große Mehrzahl der Teilnehmer bemängelte, dass es zu wenige Radwege gebe und der Ausbau guter Radwege dringend sei, insbesondere an großen Straßen. Während überörtliche Radwege gelobt wurden, sieht man Verbesserungsbedarf beim Radweg Friedrichsdorf – Köppern – Rosbach. Weiterhin gibt es zu wenige Abstellplätze für Fahrräder, insbesondere in der Innenstadt und an Lebensmittelgeschäften. Ein weiterer häufig genannten Kritikpunkt war auch die fehlende Barrierefreiheit des Bahnhofs in Friedrichsdorf, insbesondere dass es keinen Aufzug gibt.

Zusammengefasst scheinen viele Friedrichsdorfer mit der Situation einigermaßen zufrieden zu sein, wenn auch die Note von 3,54 noch reichlich Luft nach oben lässt. Immerhin fühlen sich die Friedrichsdorfer als Radfahrer mehr akzeptiert als in anderen Städten, man wünscht sich aber eine intensivere Unterstützung des Radverkehrs durch die Stadt (Note 4,3), die Imagepflege für das Fahrrad betreiben und die Friedrichsdorfer zur häufigeren Fahrradnutzung animieren sollte. Die schlechteste Note (5,2) erhielt Friedrichsdorf bei der Frage nach öffentlich verfügbaren Fahrrädern.

Bundesweiter Trend: Sicherheitsgefühl beim Radfahren immer schlechter
Das bundesweite Gesamtergebnis des ADFC-Fahrradklima-Tests 2018 ist leider wenig erfreulich. Das Fahrradklima, also die Zufriedenheit der Radfahrenden, hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert, ebenso das Sicherheitsgefühl. Die Radfahrerinnen und Radfahrer bewerten die Fahrradfreundlichkeit ihrer Städte im Durchschnitt mit der Note 3,9. Falschparker auf Radwegen, die schlechte Führung des Radverkehrs an Baustellen und die fehlende Breite von Radwegen sind die am meisten kritisierten Probleme. Drei Viertel der Befragten gaben an, dass man Kinder nur mit schlechtem Gefühl allein mit dem Rad fahren lassen kann.

ADFC startet bundesweite Kampagne und fordert #MehrPlatzFürsRad
Das Unsicherheitsgefühl der Radfahrerinnen und Radfahrer und die wachsende Unzufriedenheit mit der Rad-Infrastruktur nimmt der ADFC im 40. Jahr seines Bestehens zum Anlass, eine bundesweite Kampagne für #MehrPlatzFürsRad zu starten. Der Vorsitzende des ADFC Hochtaunus, Günther Gräning, hierzu: „Die Stadt Bad Homburg hat das Projekt „Fortschreibung Radverkehrskonzept“ mit dem Ziel initiiert, den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen zu steigern. So etwas wird ohne eine Umverteilung des Verkehrsraums weg vom Auto nicht gehen. Außerdem fehlen konkrete Ziele, welchen Anteil der Radverkehr im Verkehrsmix erreichen soll und wie dieses Ziel wann erreicht werden soll.“ Mehr Informationen auf www.mehrplatzfuersrad.de

170.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bundesweit
Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und wurde im Herbst 2018 zum achten Mal durchgeführt. Er wird durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 mit rund 195.000 Euro gefördert. Rund 170.000 Menschen stimmten bundesweit ab – eine Steigerung von 40 Prozent gegenüber dem letzten Test. Die Zunahme führt der ADFC auf das wachsende Interesse am Thema Fahrrad und Radverkehr zurück.

Über den ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit mehr als 175.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Die detaillierten Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2018 finden Sie auf www.fahrradklima-test.de



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