FR:Was ist eine Fahrradstation?
Volker Radek: Fahrradstationen sind bewachte und witterungsgeschützte Anlagen, in denen Fahrräder abgestellt werden können. Dort könnten auch ein Pannendienst und ein Fahrradverleih untergebracht werden.
Sie haben die ehemalige Expressguthalle am Bahnhof für dieses Projekt ins Auge gefasst. Was spricht dafür?
Sie ist Teil des Bahnhofs, wird nur als Gerümpelhalle genutzt und ist dafür eigentlich viel zu schade. Die Halle ist überraschend geräumig. Es könnten dort 200 Fahrräder oder mehr untergebracht werden.
Das Gebäude gehört noch der Bahn. Spielt die Bahn bei Ihrem Vorhaben mit?
Das ist noch unser Problem. Bahn-intern besteht keine Klarheit darüber, was mit dem Gebäude geschehen soll. Mal ist im Gespräch, das gesamte Gebäude an die Stadt zu verkaufen, mal gibt es die Idee, es in Erbpacht zu vermieten. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Bahn das Gebäude ernst nimmt und selbst etwas machen will. Es tut mir leid zuzuschauen, wie dieses schöne Gebäude zusehends verfällt. Wir hoffen, dass Ende Mai eine Stellungnahme des Vorstands der Deutschen Bahn vorliegt. Erst dann können wir ein genaues Konzept ausarbeiten.
Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wie solch ein Konzept aussehen könnte?
Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Fahrradstation könnte in der Kernzeit mit Personal besetzt sein. Danach wäre dann nur noch eine Fahrradaufbewahrung möglich. Ist die Station von 6 bis 22 Uhr personell besetzt, bedeutet das, dass mindestens vier Personen sich den Dienst teilen müssten. Es könnte aber so sein, dass ein örtlicher Fahrradhändler die Station betreibt, der gleichzeitig hochwertige Reparaturen vornehmen kann, die Vermietung der Räder und auch den Verkauf übernimmt.
Sind Sie schon mit jemandem im Gespräch?
Es gibt Signale aus dem örtlichen Fahrradhandel, dass Interesse besteht. Aber dazu müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehört, dass die Bahn sich zum Beispiel auf längerfristige Mietverträge einlässt und diese nicht auf drei Monate beschränkt.
Was kostet das Einstellen?
Wir denken an 70 Cent pro Tag, 7 Euro pro Monat und 70 Euro pro Jahr. Die Monats- und Jahrespreise müssten wir allerdings an Abonnements binden.
Wann könnten Sie anfangen?
Wenn die Bahn mitspielt, könnte Anfang Juni entrümpelt werden, danach würde ein bisschen renoviert und im Herbst könnte die Anlage in Betrieb gehen.
Rechnet sich das?
In Nordrheinwestfalen boomen diese Stationen. Es gibt sie auch in wesentlich kleineren Orten als Bad Homburg. Es ist alles auch eine Sache der Werbung, man darf nicht den Status Quo zugrunde legen. Als in Münster zum Beispiel die Fahrradstation eingerichtet wurde, waren mehr als 700 Dauerplätze schon vorher vermietet.